Turnier-Bericht: X-Wing Regional im Funtainment Berlin

Die Vorgeschichte

Nach meinem doch erstaunlich guten 9. Platz (von 15) beim X-Wing Regional in Nürnberg wurde ich ein wenig übermutig und wollte gleich nochmal ein Regional spielen. Also in den Kalender geguckt und Berlin ins Auge gefasst… Schnell daran erinnert, dass mein ehemaliger Ausbildungs- und Arbeitskollege Herr Kühnel dort wohnt und ihn so lange mit SMS/Facebook/WhatsApp-Nachrichten bombardiert bis er sich das Wochenende für mich frei nahm *g*
Freitag ging es für dann zusammen mit Christian (dem legendären „Schwarm-Taktiker“ den ich beim X-Wing-Turnier in Coburg kennengelernt habe) dann los in Richtung Berlin. Da Herr Kühnel ein echter Neuköllner ist, haben wir das Auto vor der berühmten Rütli-Schule geparkt und uns gleich ins Berliner Nachtleben gestürzt… Um es kurz zu machen: Wenn man es aus der bayrischen Provinz gewohnt ist, dass die Bürgersteige um 20 Uhr, spätestens um 22 Uhr, hochgeklappt werden, dann empfindet man es als echte Bereicherung dass das Nachtleben weit nach Mitternacht noch lange nicht den Höhepunkt erreicht hat.

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Die Squadlisten

Aber irgendwann mussten wir dann doch noch heim, um unserem Gastgeber für den nächsten Tag das Spiel zu erklären. Also haben wir ihm nachts um 3 Uhr die Regeln beigebracht und ihm mit einer einfach zu spielenden Liste (weil wenig Manöver nötig) aus lauter 360°-Feuerbereichsschiffen vertraut gemacht:

  • Chewbacca (Millennium Falcon, Nien Nunb, Bis an die Grenzen, Waffentechniker)
  • 2x Y-Wing der Grau-Staffel (Ionengeschütz)

Christian, der in unserem kleinen Kreis weitaus erfahrenste Spieler, setzte dagegen auf die imperiale Flotte:

  • Soontir Fel
  • Turr Phennir (Bis an die Grenzen)
  • Mauler Mithel (Veteraneninstinkten)
  • 2x Akademie Piloten

Während die anderen beiden dann endlich schliefen, verbrachte ich den Rest der Nacht noch damit meine Flotte zusammenzustellen. Da in Nürnberg so viele Schwärme herumflogen, richtete ich meine Flotte gänzlich darauf aus:

  • Kopfgeldjäger (schwere Laserkanone)
  • 3x TIE-Interceptor der Avenger-Staffel

Der Plan bestand eigentlich darin, dank durchgehend Pilotenwert 3 immer vor den namenlosen TIE-Schwärmen schießen zu können und dank jeweils 3 Angriffswürfeln pro Runde mindestens einen Gegner auszuschalten. Blöderweise spielte aber niemand einen „richtigen“ Schwarm und so war die Liste einfach nur schäbig, wie ich feststellen musste. Aber ich will nicht vorgreifen:

Der Tag des Turniers

8 Uhr aufgestanden, 9 Uhr zu Fuß losgewandert und über ne Menge Schnaps-/Drogenleichen gestolpert – Ich fühlte mich unmittelbar an das Lied „Schwarz zu Blau“ von Peter Fox erinnert…
Pünktlich um 10 Uhr waren wir dann die ersten im Funtainment und hatten so Zeit uns den Laden mal ein wenig genauer anzuschauen.  Echt schön da, mit umfangreichem Sortiment – Und es gab sogar noch einigermaßen viele X-Wing-Modelle zu erwerben! Gespielt wurde in einem herrlich kühlen, hellen Hinterzimmer mit ausreichend Tischen. Die waren zwar ein wenig hoch, dafür konnte man dann aber auf coolen Barhockern sitzen.
Nachdem dann alle Teilnehmer eingetrudelt waren ging es wie geplant um ungefähr 11 Uhr los. Insgesamt nahmen leider nur 10 Spieler an dem Regional teil, und wie ich mitbekam waren davon wohl nicht mal die Hälfte aus Berlin. Gespielt wurden 4 Runden je 75 Minuten nach Schweizer System.

Die Matches

Wie es das Schicksal so wollte, führte mich mein erstes Match gleich gegen Herrn Kühnel. Und wie ich es schon aus den Brettspielabenden unserer gemeinsamen Ausbildungs- und Arbeitszeit kannte, würfelte er einfach pausenlos perfekt und ionisierte meine Flotte bis zur Unspielbarkeit… Wenn ich mich nicht irre, fehlte zum Schluss noch ein Treffer um meine Flotte komplett auslöschen, während er nur einen einzigen Y-Wing verloren hatte.
Das ging ja schon gut los… Die nächste Runde führte mich dann gegen einen „Boba Fett“-Firespray und drei Named-TIEs. Eine ganz, ganz knappe Kiste: Das Schlachtglück wog hin und her, bis sich meine Hoffnung doch bewahrheitete und die Interceptors dank Schub die TIEs ausmanövrierten. Immerhin, schon mal ein Spiel gewonnen!
Das dritte Spiel führte mich zu meinem Angstgegner: 2 Kofgeldjäger ausgerüstet mit HLC und seismischen Bomben sowie einem Backstabber als Rückendeckung. Was soll ich sagen, es war kurz und echt nicht schön anzusehen. Nix kaputt geschossen, aber selber alle Schiffe verloren.
Noch voll demotiviert vom dritten Spiel folgte im letzten Spiel dann der nächste Hammer: 4 X-Wings (Garven Dreis, Biggs Darklighter mit R2F2 und 2x Rotstaffel) welche natürlich alle einen höheren Pilotenwert hatten – Wo sind nur die allseits beliebten 8er TIE-Schwärme, wenn man sie mal als Gegner will? Vor Schreck erstmal mit dem Kopfgeldjäger verflogen und ne Breitseite von den X-Wings draufbekommen und schon war es das. Die Interceptors, in perfekter Formation durch die Asteroiden steuernd, wurden dann von Biggs an totsicheren Abschüssen gehindert und lösen sich nach und nach in ihre Bestandteile auf, während die X-Wings zwar doch noch Treffer kassieren, aber es irgendwie schaffen am Leben zu bleiben…

Die Resultate

Zugegeben, ein wenig frustriert schaute ich rüber zu dem extrem grinsenden Herrn Kühnel, der als absoluter Anfänger schön die Gegner vermöbelte bzw. ionisierte und sich am Ende auf Tabellenplatz 2 wiederfindet. Christian schaffte es auch aufs Treppchen und holte sich den dritten Platz. Ich landete auf dem vorletzten 9. Platz und vermied es damit immerhin, wie schon zweimal diese Saison den allerletzten Platz abzubekommen – Aber es war lehrreich und hat ne Menge Spaß gemacht, und das ist ja der Hauptgrund warum ich X-Wing spiele!
Völlig geschafft schleppten wir uns den langen Weg zurück in Herrn Kühnels Wohnung um entkräftet über unsere Spiele nachzudenken. Aber eigentlich war kaum Zeit dafür, denn wer Herrn Kühnel kennt weiß, dass er jeden Berlin-Besuch für seine Gäste zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Um es also kurz zu machen: Die Party von völlig Fremden gecrasht und erst zu Sonnenaufgang den Weg ins Bett gefunden, um Kraft zu tanken für die staubedingt zehnstündige Heimfahrt.

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