Deutsche Meisterschaft Dust Tactics 2014

Nachdem es im letzten Jahr rund um das Tabletop „Dust Tactics“ eher ruhig war und auch die Beteiligung der kleinen Community eher weniger rege ausfiel (6 Spieler zur Deutschen Meisterschaft, noch weniger zu den regionalen Vorentscheiden), gab es dieses Jahr für die Szene einen neuen Schub. Einerseits wurde das System durch den sehr erfolgreichen Kickstarter in Deutschland wesentlich bekannter, andererseits rekrutierten etablierte Spieler mit guter Community-Arbeit (Demo-Spiele, Internet und vor allem ganz klassisch Turnieren) neue Spieler. Zu den besonders engagierten Spielern der Szene gehören dabei Florentine und Bastian. Diese holten sich, nachdem der deutsche Vertrieb dieses Jahr etwas zögerte, die „Deutsche Meisterschaft“ in ihren Weltenschatz-Laden in Niederbayern. Soviel Motivation wurde dann auch mit insgesamt 18 Anmeldungen für das am 11. Oktober stattfindende Event belohnt. Natürlich war auch ich wieder mit dabei :-)

Regelunterricht am Freitag

Traditionell findet schon einen Tag vor dem Turnier ein langer Spieleabend im Laden statt, wo man seine zukünftigen Gegner kennenlernen oder nochmal ein Probespielchen zocken kann. Einige Spieler nutzten dabei die Möglichkeit, ihre Armee das erste Mal unter Turnierbedingungen und mit den neuen 2.0-Regeln auszutesten (wer meine alten Dust-Event-Berichte gelesen hast weiß, dass im Sommer ein neues Regelwerk erschien welches das gesamte Spiel umgekrempelt hat). Ich selbst spielte zwei Spiele und wurde mit meiner alliierten Infanterie-Liste zweimal komplett überrannt :-( Das war ja schon ein gutes Zeichen für den nächsten Tag… Dafür waren fast alle guten Freunde aus der Szene mit dabei und so wurde es ein sehr gemütlicher und entspannter Abend.

Steht ein Panzer vor der Tür

Samstag um 9 Uhr ging es dann offiziell los. Die Spieler kamen, meldeten sich an, packten ihre Armeen aus und freuten sich auf die erste Runde. Immerhin 16 der angemeldeten 18 Spieler kamen dann auch wirklich und staunten schon vorm Betreten des Ladens nicht schlecht: Ein originaler russischer Schützenpanzer stand vor dem Eingang und stimmte die Spieler auf das kommende Event ein. Nicht wenige Spieler sah man dann im Verlauf des Tages, zusätzlich mit ein paar der bereitgestellten Requisiten bekleidet, für unvergessliche Fotos posieren 😉

Gespielt werden sollten insgesamt 5 Runden zu je 75 Minuten Spielzeit. Dabei wurden die Szenarios der europäischen Dust-Meisterschaft nächsten Monat in Belgien übernommen. In Szenario 1, welchen die ersten beiden Runden sowie in der letzten Runde gespielt wurde, mussten die Spieler innerhalb von 6 Runden versuchen insgesamt 4 Kisten zu erobern und bis ans Rundenende zu halten. In Runde 3 und 4 wurde dann das zweite Szenario gespielt, in welchem man zum Rundenende mindestens 2 Einheiten im gegnerischen Gebäude platziert haben musste. Taktisch waren beide Szenarios eine ziemlich harte Nuss, war doch jeweils eine andere Vorgehensweise gefordert. So mancher Spieler wird sich bei der Zusammenstellung der eigenen Armee ordentlich den Kopf zerbrochen haben!

Vor der ersten Runde gab es noch eine kurze Begrüßung und Einweisung durch die Organisatoren, bei der ein kleines Problem erörtert wurde: Einige SSU-Spieler hatten ihre Liste nach der Kickstarter-PDF zusammengebaut, welche eine wichtige Einheit um einen Punkt billiger machte als sie dann auf den finalen Karten wirklich war. Somit traten die Spieler mit „illegalen“ 101 Punkten an statt der erlaubten 100. Da die Dust-Community aber eine sehr umgängliche ist, haben dann alle Spieler einstimmig beschlossen dass diese Listen trotzdem turnierlegal sind. Sind halt alles einfach entspannte Spieler, man stelle sich vor solch ein Problem wäre bei einer Deutschen Meisterschaft in „Warhammer 40k“ aufgetreten (Sorry, der kleine Seitenhieb musste einfach sein).

Die Schlacht beginnt

Die erste Runde führte mich gegen die SSU-Truppen des späteren deutschen Vizemeisters Markus. Der hatte ganz schön dicke Läufer und Massen an billiger Infanterie dabei, die meine Truppen ganz schön schnell zerbröselt haben. Ein verdienter Sieg für meinen Gegner, in dem ich zwar ganze 9 Punkte mehr Schaden ausgeteilt habe, er aber konsequent durch Missionsziel-Erfüllung einen totalen Sieg einfuhr. Außerdem mag ich seinen Dialekt 😉

Die zweite Runde ließ mich gegen die Alliierten von Norbert antreten. Der hatte wieder so eine Kombination, die für mich einfach nicht zu knacken war: Starke Läufer und starke Infanterie. Mit aller Macht versuchte ich erst die starken Läufer wegzubekommen, doch außer dass ich jeweils beide bis zu einem einzigen Lebenspunkt beschädigte, ging da einfach nix. Außerdem musste ich feststellen, dass das neue Sichtliniensystem ausgesprochen tödlich ist und eine Häuserecke einfach mal kein Garant für Unantastbarkeit ist :-( Und dieses Reaktionsfeuer! Und meine schlechten Würfelergebnisse! Und meine miese Taktik! Ach das war alles nix und am Besten vergessen wir dieses Spiel für immer und ewig…

Nach diesen zwei Runden war nun Mittagspause, bei der sich die Spieler gelieferte Pizzen und Nudeln schmecken ließen. Zugegeben ziemlich frustriert über meine ersten beiden Spiele gönnte ich mir vor dem Panzer ein Bierchen – Und schon wurde alles besser 😀

Runde 3 führte mich gegen die Alliierten von Robert. Hier wurde das Szenario 2 gespielt, welches meinem eher defensiven Spielstil entgegen kam. Während meine Figuren mit langer Reichweite (Rattler, Grim Reapers) die linke Flanke des Gebäudes mit Reaktionsfeuer absicherten, sicherten die Kommandotruppen das eigene Gebäude. Die Nahkämpfer (BBQ-Squad, Devils Own) stürmten über die rechte Seite gegen die feindlichen Läufer, bevor sie das Gebäude besetzten. Endlich ein Sieg!!!

Voll motiviert versuchte ich genau diese Taktik in meiner 4. Runde dann gegen Christian. Ja genau, den Christian über den in diesem Blog immer so viel zu lesen ist 😉 Denn mittlerweile habe ich meinen Kumpel mit Dust bekannt gemacht und er hat den langen Weg auf sich genommen, um hier sein erstes Turnier zu bestreiten. Er kämpfte mich Achsen-Truppen und wagte sich zu Beginn mit seinen Grenadieren zu weit vor, sodass ich sie relativ schnell ausschalten konnte. Dann beschossen wir uns gegenseitig von Haus zu Haus, wobei ich diesmal überraschend gut würfelte und jeden seiner verzweifelten Erstürmungsversuche mit Hilfe meines Reaktionsfeuers abwehren konnte. Auch wenn ich im Endeffekt gewinnen konnte, gab es einige kritische Punkte in dieser Runde an der mich nur das Würfelglück gerettet hat. Denn er hatte schon zwei Felder meines Gebäudes besetzt und nur mit Mühe und Not konnte ich seine Armee da wieder vertreiben!

Die letzte Runde schließlich wurde wieder das für mich eher ungünstige Szenario 1 gespielt. Dabei trat ich gegen meinen Angstgegner Thomas an. Der war nämlich nicht nur amtierender deutscher Meister und auch noch Sieger des letzten Weltenschatz-Turnieres, sondern auch einer meiner Trainingspartner gegen den ich noch NIE gewonnen hatte. Er trat diesmal mit einer reinen Alliierten-Infanterie-Liste an und brachte seine Truppen gleich in eine gute Schussposition. Ich blieb diesmal so defensiv wie es nur ging und hoffte darauf, ab und zu mal einen guten Würfelwurf zu bringen. Durch die Reaktivierung über die Kommandotruppen gelang es mir dann, meine stärksten Infanterie-Bekämpfer erst nach seinen Aktivierungen einzusetzen und so ungeschützt mit zahlreichen Würfeln auf ihn draufzuballern. Letztendlich war nur noch ein Trupp von ihm übrig, welchen ich dummerweise direkt anging, anstatt erst die Missionsziele zu besetzen. So vergab ich gleich nochmal 100 Siegpunkte, was zwar ärgerlich ist, aber hey ich hab meinen Angstgegner besiegt also kann mich niemand mehr aufhalten 😀

Siegerehrung

Nachdem das letzte Spiel vorbei war, warteten natürlich alle Teilnehmer gespannt auf ihre Platzierungen. Mein Kumpel Christian landete bei seinem ersten Turnier auf einem respektablen 9. Platz, mein Kumpel/Angstgegner Thomas kam auf Platz 5. Ich selbst schrammte ganz knapp am Siegertreppchen vorbei und erreichte den 4. Platz, war bei 3 (naja eher 2,5) von 5 gewonnen Spielen eine überraschend gute Platzierung ist! Auf den ersten drei Plätzen landeten ausnahmslos SSU-Spieler, namentlich Dirk (1.), Markus (2.) und Markus (3.). Den Preis für die von den Spielern demokratisch gewählte „Best Painted“-Armee errang Josef vor Thomas. Herzlichen Glückwunsch! Preise gab es natürlich auch! Neben einen großen Pokal für den Deutschen Meister und Orden für die ersten drei Plätze gab es noch 3 spezielle „Dust Studios“-Modelle und 3 limitierte Badges, aus denen sich die ersten 6 Spieler in aufsteigender Reihenfolge auswählen konnten. Ich bekam einen alliierten Flieger und freue mich schon darauf, ihn zusammenbauen zu dürfen!

Die meisten Spieler, gerade die mit weiter Wegstrecke, fuhren dann schon heim. Einige, so wie ich auch, genossen aber noch einen ruhigen Abend in gemütlicher Runde. Florentine erklärte uns die Vorzüge von „Galaxy Trucker“ , während Christian das anwesende Publikum mit Demo-Spielen zu „Golem Arkana“  begeisterte. Irgendwann nach Mitternacht gingen dann aber auch die letzten Spieler überaus zufrieden heim. Es war wirklich eine „Deutsche Meisterschaft“, die ihren Namen verdient hat!

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Kommentare

  1. DaNilz meint

    Ja, vielen Dank für deine Eindrücke. Ich wäre immer noch interessiert an einer Aufstellung der ganzen gespielten Listen…Top 3 mit nur SSU könnte ja doch auf ein gewisses Ungleichgewicht hindeuten, nachdem es lange immer hieß, die SSU wäre eigentlich nicht spielbar…

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